Wer aus der Geschichte gelernt hat bleibt daheim

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Die Russen befreien Syrien endlich vom Terror!

Viele deutsche Patrioten freuen sich über die Aktivitäten des neuen Rußland unter der Herrschaft Putins der früher KGB Chef war und jetzt demokratisch legitimiertes Staatsoberhaupt zu sein vorgibt.

Sehen so Nazischergen aus?

Klar wenn die USA der Feind der Deutschen ist, dann ist der Feind meines Feindes mein Freund. Warum gefällt mir diese Logik nicht?

Mein Geschichtslehrer hat mir immer erzählt wir müssten aus unserer Geschichte lernen. Die Verbrechen der Deutschen in der Zeit von 1933 bis 1945 haben wir dann in fast allen Unterrichtsfächern in allen Jahren der Oberstufe bis zum bitteren Ende durchgelernt und dann wieder von vorne. Was wir nicht gelehrnt hatten, ich aber dennoch später erfahren habe, waren die Verbrechen der anderen beteiligten Kriegsparteien. An der Ostfront war es den Russen im Oktober 1944 erstmals gelungen über die Grenze Deutschlands vorzudringen und die deutsche Zivilbevölkerung zu begrüssen. An diesem ersten Befreiungstag der sich in dem kleinen Dorf Nemmersdorf in Ostpreussen abspielte gab es nur wenige überlebende Deutsche nach diesem ersten Kontakt mit den Befreiern. Die russischen Soldaten haben ein grauenvolles Gemetzel unter den Zivilisten verübt und das alles wissen wir nur deshalb, weil die Wehrmacht den russischen Vorstoß einige Tage später zurückschlagen konnte. Journalisten wurden dann nach Nemmersdorf gelassen, um das Blutbad zu dokumentieren. Was in den nächsten Monaten passierte, als die ganze Ostfront zusammengebrochen ist kann man nur ahnen. Ostpreussen ist bis heute besetzt von russischen Soldaten. Auch wenn es keine Sowjetunion und keine Rote Armee mehr gibt, betrachtet das russische Volk nach eigenen Angaben, dieses einst sehr wohlhabende Land als Kriegsbeute. Eine Beute allerdings die heute völlig verwahrlost ist und ohne jegliche Perspektive auf eine wirtschaftlich gesunde Entwicklung.

Wer sich heute erregt über islamistische Fanatiker die Menschen Köpfe abschneiden und die auf Piloten schießen die hilflos an einem Fallschirm hängen, der erregt sich sicher zurecht. Diese Erregung kann aber nicht aufrichtig sein, wenn man sich nicht genauso über das Leid der Menschen erregt die von den Bomben der Piloten getötet werden. So wie die Opfer der Wut der russischen Befreier nicht alle Nazischergen waren, genauso sind die Opfer der Bombenangriffe vor allem unschuldige Frauen und Kinder. Bevor ich mich mit einem Russen darüber unterhalte im fernen Syrien zusammen Bomben zu werfen muß ich fragen wann Ostpreussen an seine Eigentümer zurückgegeben wird und ob Russland auch garantieren kann, daß es in Syrien niemals mehr Blutbäder wie damals in Nemmersdorf geben wird. Waffenbruder kann nur sein, wer Frieden miteinander geschlossen hat und sich vertraut. Aus der Geschichte lernen bedeutet zuerst die Dinge beim Namen zu nennen.

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2 Responses

  1. TWR sagt:

    Ich empfinde es unangemessen, dieses Propangabild von Nemmersdorf, bei dem Hitlers Schergen die Leichen propangagerecht „aufbereiteten“, als Beweis für Ihre Anschauungen heranzuziehen. Sie sitzen einer unsäglichen Propaganda auf und verschweigen vielleicht ganz bewusst den geschichtlichen Kontext.

    • admin sagt:

      Verschweigen sicher nicht, sollte es tatsächlich Propaganda sein was in Nemmersdorf passiert ist, dann bitte helfen Sie mit das zu zeigen. Was lässt Sie vermuten, daß es sich um Propaganda handelt?

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