„Wählte Ungnade wo Gehorsam keine Ehre brachte“ CDU Abgeordneter von der Marwitz stimmt gegen den Angriffskrieg der Bundeswehr

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Der alte Johann Friedrich Adolf von der Marwitz, eine Persönlichkeit der Zeit Friedrichs des Großen, 1723 in Friedersdorf geboren, war preußischer Kommandeur eines militärischen Eliteverbandes. Nachdem die Allianz aus Sachsen, Russen und Österreichern das Schloss Charlottenburg plünderte und dem kunstliebenden König Fritz dort seine geliebte Sammlung geraubt hatte, brachten spätere Siege im siebenjährigen Krieg dem König die Möglichkeit, sich bei den Sachsen zu revanchieren, indem das sächsische Jagdschloss Hubertusburg bei Leipzig zur Plünderung offen stand. Friedrich Adolf von der Marwitz erhielt diesen Befehl dort zu rauben und damit eine Möglichkeit, die Familie derer von Marwitz über Jahrhunderte mit wertvollsten Kunstschätzen zu bereichern. Stattdessen entgegnete er dem König, „es würde sich allenfalls für den Offizier eines Freibataillons schicken, nicht aber für einen Kommandeur Seiner Majestät Gensdarmes.“ Er nahm in Kauf, bei Friedrich dem Großen in Ungnade zu fallen wie es dann auch geschah. Den Auftrag zur Plünderung hat ein anderer Kommandeur dann ausgeführt.

Seine Grabinschrift „Wählte Ungnade, wo Gehorsam nicht Ehre brachte.“ wird noch heute gerne von verschiedenen politischen Lagern benutzt, um die Entscheidung des Einzelnen über Befehl und Anordnung, als Gewissensentscheid gegen Despotismus, Obrigkeitsdenken und Gewaltherrschaft darzustellen. Insbesondere im Kreise der Verschwörer des 20. Juli wurde das Beispiel Marwitz oft genannt, um zu begründen, dass der Einzelne zuerst seinem Gewissen und dann erst seinem politischen Führer verantwortlich sei.

Am Freitag den 5. Dezember 2015 haben die Abgeordneten des Bundestags mit grosser Mehrheit einen militärischen Angriff auf einen anderen Staat im Nahen Osten beschlossen. Für diesen völkerrechtswidrigen Akt stimmten 445 Abgeordnete und nur 146 Abgeordnete stimmten dagegen, bei sieben Enthaltungen. Dagegen stimmte die Fraktion der Partei die Linke geschlossen und die Fraktion der Grünen fast geschlossen. Diese Stimmen interessieren mich nicht, denn sie überzeugen mich nicht wirklich. Linke und grüne Linke spielen im politischen Theater zur Zeit die Rolle der Opposition und in dieser Rolle müssen sie immer anderer Meinung sein. Wie die Grünen sich in einer solchen Abstimmung verhalten, wenn sie selbst die Rolle der Regierung spielen, haben sie bereits vor Jahren gezeigt, also die rot-grüne Regierung Schröder-Fischer sich entschieden hat Serbien anzugreifen, genauso unter Bruch des Völkerrechts. Die Grünen haben damals jedes Vertrauen verspielt, und genau dieses Vertrauen hat die Linke bei mir noch nie erhalten, denn es gibt sie heute nur, weil sie das Erbe der SED übernommen hat. Mit diesem Erbe meine ich vor allem das geraubte Volksvermögen, das zum Ende der SED-Diktatur noch schnell in rote Devisen-Kassen geflossen ist, um in der Post-DDR-Ära auch weiter sozialistische Agitation betreiben zu können. Mit diesem Vermögen lässt es sich auch in der Bundesrepublik trefflich leben und nebenbei etwas politisch destruktiv mitmischen.

13 Abgeordnete der Regierungspartei SPD haben mit Nein gestimmt. Diese Nein-Stimmen sind schon interessanter. Sind es überzeugte Nein-Stimmen, oder ist auch im SPD Vorstand die Einsicht angekommen, daß es bei ihren Wählern und in der Parteibasis laut Umfragen eine breite Mehrheit gibt, die auch für das „Nein“ gestimmt hätte? Der Verdacht besteht, daß die SPD Bundestagsfraktion Quoten-Populisten benötigt um sich besser absichern zu können. Sollte Quoten-Populismus auch in der CDU-Fraktion der eigentliche Grund sein, wenn von dort zwei „Nein“-Stimmen kommen, so wäre es doch nur eine sehr klägliche Quote. Ganze zwei Stimmen für die Einhaltung des Völkerrechts unter mehr als 300 Kriegstreibern sind nicht einmal der Rede wert. Interessant ist hingegen von wem diese beiden Stimmen kommen. Sie kommen aus Brandenburg von den Abgeordneten Martin Patzelt und Hans-Georg von der Marwitz. Ja schon wieder ist ein von der Marwitz der Quertreiber, der auch in der Abstimmung am 17. Juli schon aufgefallen ist als einer, der den Griechen kein weiteres Geld gönnt und sich nicht an die Parteilinie hält. Sein berühmter Name macht ihn auch für Libertäre in Deutschland interessant und lässt mich in Gedanken zurück schweifen in die preussische Geschichte. In eine Zeit in der das links-rechts Schema zur Festlegung der eigenen politischen Position noch brauchbar war. Rechts stand auch in Deutschland in der Zeit vor jener fatalen Harzburger Front noch für Freiheit und Verschiedenartigkeit, für Naturrechte und Individualismus. Die klassischen Rechten waren preussische Junker wie dieser alte von der Marwitz für die trotz aller Loyalität zum preussischen Staat die persönliche Wertvorstellung im Zweifel immer den Vorrang hatte.

Bis zu dem Tag als die Rechten sich mit der linken, der sozialistischen NSDAP einließen und aus Rechts ein zweites Links und umgekehrt wurde. Eine deutsche Besonderheit die man dem Rest der Welt bis heute nicht richtig erklären kann. Eine Besonderheit mit der fatalen Folge, daß auch Libertäre heute in Deutschland nicht klären können, ob sie Rechte sind, da sie auch für die Freiheit sind, aber dennoch nichts weniger wünschen als genau diesen fatalen rechten NS-Staat, den rechtesten Staat des es je gab und der doch klassisch ein Linker war genau wie die DDR es war, die EU es ist und die Bundesrepublik Deutschland es bald sein wird. Könnte der junge von der Marwitz tatsächlich ein Hoffnungsschimmer sein, daß es auch heute noch ein letztes Häuflein echter deutscher Rechter gibt?

Quelle: Das Foto ist von der Familienseite von der Marwitz

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