Gambia ist jetzt eine Islamische Republik

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Gambias Präsident Yahya Jammeh hat sein Land zu einer Islamischen Republik erklärt. In einer Fernsehansprache sagte er gestern am 11. Dezember 2015, die Entscheidung erfolge im Einklang mit der Religion und den Werten des Landes und beende die koloniale Vergangenheit. Mit Ausnahme eines kurzen Küstenabschnittes an der Mündung des Gambia-Flusses in den Atlantischen Ozean wird Gambia vollständig vom Staat Senegal umschlossen. Mit einer Fläche von ungefähr 11.000 Quadratkilometern ist das Land der kleinste Staat des afrikanischen Festlandes. Von den fast 2 Mio Einwohner sind etwa 90 % Moslems.

Präsident Jammeh regiert seit mehr als 20 Jahren nachdem er 1994 zunächst als Offizier der Armee in Folge eines Putsches die Macht ergriffen hatte. In den vergangenen Jahren hat sich das Land unter seiner Führung immer weiter an die sunnitischen Staaten im nahen Osten angenähert und gleichzeitig verschlechterten sich die Beziehungen zum Westen. Nach einem gescheiterten Putschversuch gegen ihn am 14. Dezember 2014 verschärfen sich die Spannungen. Präsident Yahya Jammeh hat sich vor allem als Verfechter traditioneller Gesellschafts- und Familienformen einen Namen gemacht. Angeblich bezeichnete er Homosexuelle als „Ungeziefer“, das man „töten solle, wie Moskitos“, sie seien „gefährlicher als Tsunamis und Erdbeben“, er werde Homosexuellen „eigenhändig den Hals durchschneiden“. EU und USA froren daraufhin ihre wirtschaftlichen Förderprogramme für Gambia ein.

Es gibt allerdings auch einiges Positives aus Gambia zu berichten. Der Anteil der Staatsausgaben für Verteidigung lag 2006 geschätzt bei einem halben Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Damit gehört Gambia zu den Staaten mit den geringsten Militärausgaben weltweit. Es gibt eine knapp 2000 Mann starke Armee, die sich vor allem an den Missionen der Afrikanischen Union beteiligt. Eine Wehrpflicht gibt es nicht. Die Wirtschaft funktioniert und ist erstaunlich liberal. Mandinka, Fulbe und Wolof sind die grössten Volksstämme in Gambia, man trifft sie häufig am Strand von Arenal als Verkäufer von edlen Uhren auf die sie deutschen Touristen bei Barzahlung 20 Jahre Garantie versprechen.

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